Nein, nicht die von Hitchcock - das ist Jahre her, das ich den Film gesehen habe. Nein, ich war ganz einfach heute spazieren und während ich so wandelte, sah ich just in den Lüften einen Bussard fleuchen.
Dabei fiel mir auf einmal ein, dass in der letzten Zeit immer wieder mal "die Vögel" zu mir sprechen. (Ja, ich weiß, das lädt zu allerlei Bemerkungen ein...) Da war neulich die Lerche: Ich liebe Lerchen! Das ist wahrscheinlich zur Zeit mein Lieblingsvogel. Man sieht sie kaum; die Lerche ist ohnehin schon vom Aussehen nicht beeindruckend, - dann fliegt er noch so hoch, dass man wirklich genau hingucken muss - aber man hört! Das zwitschert wie verrückt! Aber "verrückt" ist nicht das richtige Wort und "zwitschern" auch nicht. Lerchen singen! Sie singen ihre eigenen erstaunlichen Melodien und das nicht "verrückt" sondern mit absoluter Hingabe. Alles, was die kleine Vogelbrust in sich hat, und wenn möglich noch mehr als alles, das muss raus. Für einen so kleinen Vogel, so hoch droben, ist allein schon die Lautstärke beeindruckend. Und dabei flattert er was das Zeug hält, denn leider fehlen die Adlersschwingen zum majestätischen Gleiten. Die Lerche muss sich anscheinend mit fast Kolibri ähnlichem Flügelschlag in der Luft halten, sonst fällt sie runter - und das geht ja nicht, man muss ja von möglichst hoch oben singen.
Halt - auch das ist wieder nicht ganz die richtige Bezeichnung, es ist nicht "von oben". Ich denke, Lerchen singen mehr "nach oben" und je höher, desto besser. Es geht ihnen, so scheint es mir, gar nicht um das menschliche Publikum "da unten", sondern es muss einfach aus ganzen Herzen nach oben gesungen werden. Und damit ist dann auch schon klar, warum mir der Vogel so gefällt und mich beeindruckt. Ich spare mir die predigt-ähnlichen Ausführungen, das kriegt ihr ja auch selbst hin.
Mein anderer Vogel: (Ja, lach' ruhig über mich...) ist ein ich-weiss-nicht-mal-wie-er-heisst. Aber der sang schon vor Anbruch des Tageslichts, auch mit erstaunlicher Ausdauer. Es hörte gar nicht auf. Wieder und wieder rief er in das Dunkel vor Tagesanbruch seine Botschaft hinein. Viellicht liegt es wirklich an ihm, dass die Sonne aufgeht. Zumindest ist sein Rufen von Dringlichkeit geprägt. "Komm doch, Komm doch raus. Ich bin schon hier. Komm doch. Komm doch raus." - oder so.... Es war einfach das Dringliche, das mich beeindruckte und die Ausdauer, die Hingabe, die Vision. Schon im Dunkeln zu singen, wenn doch eigentlich noch gar kein anderer Vogel wach ist, der zuhört. Auch das lädt zum sermonieren ein!
Und Vogel Nr.3 war heute der Bussard. Das mit dem gleiten ist schon schön. Man sah aber heute auch, dass selbst der majestätische Höhengleiter nicht allein auf Spannweite vertrauen kann. Er muss sich seine Thermik suchen. Und solange die noch nicht gefunden ist, muss er auch die Flügel bewegen und fliegen wie die anderen, kleineren Vögel auch. Nix war mit gleiten, geflattert wurde. Zwar mit wesentlich größerer Spannweite und da sieht selbst das Flattern nicht wie Flattern aus - aber unter uns, es war eben doch geflattert! Ohne gemein zu sein, fand ich das gut. Auch die großen Vögel sind eben doch nur Vögel.
Ok, das reicht wohl. Ein Buch wird das hier gewiss nicht, aber im Blog darf man mal, oder nicht?