Anlässlich seiner Rede zum Jahrestag des Warschauer Aufstands sagte Lech Walesa:
"Sehr verehrter Herr Präsident der Bundesrepublik Deutschland!
Unsere Völker trennt ein Meer von Blut. Dazu gehört auch das vergossene Blut des Warschauer Aufstands. Gepriesen seien alle diejenigen, die als erste den Mut hatten zu sagen: "Wir vergeben und bitten um Vergebung". Gepriesen seien all diejenigen, die in Warschau niederknieten. Denn dies waren wichtige Gesten auf dem dem Wege der Versöhnung unserer beiden Nationen.
Man darf den Hass keineswegs kultivieren und den nachfolgenden Generationen weiter vererben. Auf polnischem Boden befindet sich sowohl Ausschwitz als auch Warschau. In diesem Land ruht auch Otto Schimek. Wir wollen die Mörder Warschaus keineswegs von ihren Sünden los sprechen. Dennoch übertragen wir die damit verbundenen Gefühle und Emotionen nicht auf das ganze deutsche Volk. Wir wollen und können mit euch in Freundschaft leben, so wie gute Nachbarn. Dies war im Laufe unserer gemeinsamen Geschichte bereits einige Male der Fall. Ich glaube fest daran, dass dies auch in Zukunft geschehen wird. Es muss einfach geschehen..."
(Zitiert aus "Die Tage der Freiheit" S.21 - Hrsg: Das Museum zur Geschichte des Warschauer Aufstands, Warschau - www.1944.pl)