Dienstag, 8. Juni 2010

Warschauer Aufstand II.

Wenn ihr, ähnlich wie ich, nicht viel über den Warschauer Aufstand gewusst habt, hier nur ein paar Zeilen dazu:

Die meisten von uns haben vom Warschauer Ghetto gehört, aber von einem Aufstand in Warschau 1944 vielleicht noch nie. Die Geschichtsbücher haben sich bis vor relativ kurzer Zeit in Ost und West darüber ausgeschwiegen. Im Warschauer Aufstand kämpfte Polen gegen die Diktatur der Nazis und hoffte auf ein Eingreifen der russischen Armee, welches nicht erfolgte. Eigentlich reichte die Ausrüstung der im Untergrund organisierten polnischen Armee lediglich für einen Drei-Tage-Krieg, tatsächlich hielten die Kampfhandlungen aber 63 Tage lang an. Dabei kamen 250 000 Polen ums Leben.

Gegen Ende des Krieges befahl die Nazi Regierung die völlige Zerstörung Warschaus, spezielle Trupps wurden ausgesandt, die Überreste der Stadt zu verbrennen oder mit Sprengstoff in die Luft zu jagen. Nach dem Sieg der Alliierten war Warschau, wie viele andere Städte nach dem Krieg auch, ein Trümmerhaufen. Warschau steht vor anderen zerstörten Städten aber deswegen heraus, weil es einerseits den besonderen Hass der Nazis auf sich gezogen hatte, andererseits ein Beispiel ist von mutigem, wenn auch fast hoffnungslosen Widerstand gegen eine zutiefst ungerechte Regierung.

Wenn man im Museum des Warschauer Aufstands die vielen deutschen Plakate liest, die die damalige Besatzung der Stadt in grenzenloser Arroganz überall aufhängen lies, kommt einem das Schaudern. Wie schrecklich, das es Menschen möglich ist, sich in ihrem Stolz zu Herren über Leben und Tod zu machen - und das anscheinend, ohne ein besonderes Unrechtsempfinden dabei zu haben. Tagtäglich wurden Exekutionen angeordnet, um weitere Exempel eier pervertierten "Gerechtigkeit" zu statuieren. In einer einzigen Stadt wurden innerhalb von ein paar Jahren so viele Ungerechtigkeiten verübt, dass viele hunderte von Büchern es nicht alles auflisten könnten. Das ist so erschreckend.

Die Wurzel des Übels (oder eine Wurzel des Übels, wer kann es mit Sicherheit sagen...) war Stolz verbunden mit der Verachtung anderer Rassen und Nationen. Das steht im krassesten Gegensatz zu dem Bild der anbetenden Nationen im Buch der Offenbarung:

"Danach sah ich eine riesige Menschenmenge - viel zu groß, um sie zählen zu können - aus allen Nationen und Stämmen und Völkern und Sprachen vor dem Thron und vor dem Lamm stehen... Sie riefen laut: Die Rettung kommt von unserem Gott, der auf dem Thron sitzt, und von dem Lamm." Offenbarung 7,9-10

Demut und Anbetung sind keine "rein kirchlichen Angelegenheiten", wenn man sie in diesem Kontext betrachtet. Es sind letztlich doch die Herzenshaltungen im Menschen, die Gutes oder Schlechtes verursachen. Eine demütige und alle Nationen ehrende, wertschätzende Haltung, die sich zudem in Ehrfurcht vor dem Schöpfer und Herren der Welt verneigt - das ist der Weg, den erschreckenden Warnungen der Geschichte mit Zuversicht begegnen zu können. In Verblendung nahmen damals viele Deutsche an Unrechtshandlungen teil. Ihre Geschichte lehrt uns, dass man vorsichtig sein sollte mit der Behauptung: "Das könnte mir niemals passieren!" Wir schützen unser Herz am besten vor solcher Verblendung, wenn wir uns anbetend vor Gott stellen und mit Ihm die Schönheit und Vielfalt der Völker schätzen lernen.