Die vom Geist Gottes geleitet sind, das sind Gottes Kinder, schreibt Paulus. Es ist immer wieder ein wichtiges Thema, dieses "von Gott geleitet sein". Gestern habe ich mit einem Freund geredet, der gerade eine neue Arbeitsstelle angenommen hatte und plötzlich, eine halbe Stunde später, hatte er Zweifel und fragte sich, ob es wirklich Gottes Plan war, die neue Stelle anzunehmen. Wie ist das mit Gottes Führung?
Mir ist immer wieder aufgefallen, dass einerseits der Geist unserem Geist Zeugnis gibt, aber das wir auch gewisse Scheuklappen und Begrenzungen in unserem Hören auf Gott haben. Drei biblische Beispiele verdeutlichen, was ich meine:
Apg 10,11-13 Petrus sieht in einer Vision unreine Tiere auf einem Tuch vom Himmel kommen und die Stimme Gottes spricht zu ihm, dass er diese Tiere essen soll. Nein, sagt Petrus, das geht nicht. Dies sind unreine Tiere und ich darf sie als guter Jude nicht essen. Hier ist es seine Kultur und sein Glaubensverständnis, dass "Aber" sagt.
Apg 9,13--14 Ananias hört vom Herrn deutlich, dass er zu einer bestimmten Adresse gehen soll und dort wird er einen betenden Mann vorfinden. Soweit kein Problem, aber der Mann heißt Saulus und der mag keine Christen! Er ist gefährlich. "Aber" sagt Ananias, weißt du Herr, zu wem du mich da schickst, das ist wahrscheinlich nicht gut für mich. Hier ist es der Selbsterhaltungstrieb und der Verstand, der ein "Aber" gegen die Offenbarung und Wegweisung Gottes spricht.
Apg 16,6-10 Das dritte Beispiel besteht darin, dass jemand etwas tun möchte und denkt, es wäre wohl der Wille Gottes, aber der Heilige Geist sagt "Nein!, Es ist nicht Gottes Wille." Diesmal kommt das "Aber" von Gott, nach weiteren fehlgeschlagenen Versuchen kommt das deutliche Wort vom Herrn, und Paulus samt seinen Kollegen wissen dann wirklich, wohin sie gehen sollen. Das "Aber" wurde in diesem Fall durch Eifer und den menschlichen Willen, Gottes Geboten zu folgen, verursacht.
Die Anwendung für uns? Einmal: die päpstliche Unfehlbarkeit gibt es in unserem Leben nicht. Unfehlbar ist nur der, der völig sündlos ist und der in vollkommener Erkenntnis Gottes lebt. (Und das schafft nicht mal der Papst... Nur Jesus macht nie Fehler, deswegen bleib nah bei ihm!)
Zweitens: Wir werden immer wieder Fehler machen in unserem Bestreben auf Gottes Weisung zu hören - aber deswegen verpassen wir noch lange nicht den Weg, denn Gott ist für uns und mit uns! (Man kann aber sicher eine Reihe Fehler vermeiden, wenn man sich nicht primär von der Kultur, dem Verstand und dem Selbsterhaltungstrieb leiten lässt.)
Drittens: Zu viel Eifer kann uns auf Abwege führen - ABER auch in diesem Fall gilt Punkt zwei. Letztlich gilt in allen Fragen der Wegweisung: Großer Gott - alles ok!