Donnerstag, 15. Juli 2010

Erneuerung des Denkens

"Und er nahm sie von ihren Händen und bildete das Gold in einer Form und machte ein gegossenes Kalb. Und sie sprachen: Das ist dein Gott, Israel, der dich aus Ägyptenland geführt hat. Als das Aaron sah, baute er einen Altar vor ihm und ließ ausrufen und sprach: Morgen ist des Herrn Fest."
2 Mo 32,4-5

Gott zu kennen und zu erkennen ist anscheinend gar nicht so einfach. Die Israeliten haben doch erst vor kurzem die erstaunlichsten Wunder erlebt. Gott hat sie aus Ägypten befreit und wacht an jedem Tag über ihnen. Und doch kommt es zu dieser Episode mit dem goldenen Kalb.

Wie konnten sie nur? Sich ein goldenes Kalb machen und es anbeten. Wir finden das völlig sonderbar und verstehen es gar nicht. Es ist aber nicht ganz so "Götzen anbetend" wie es uns scheint. Den Israeliten ist durchaus bewusst, dass Gott der Herr sie aus Ägypten befreit hat. Es ist ihnen bewusst, dass diese Befreiung ein großer Akt der Güte und Gnade war. Ich denke, es ist ihnen auch klar, dass sie sehr abhängig davon sind, dass der Herr ihnen weiter seine Güte zeigt. Darum wollen sie ihn anbeten und ehren. So weit gut!

Das Problem entsteht in der Verbildlichung. Sie wollen Gott anbeten. Und durch ein merkwürdiges Zusammenspiel von Volk und Leitern entsteht das goldene Kalb. Denk auch daran, dass sie die 10 Gebote noch nicht haben - "Du sollst dir kein Bildnis machen...". In der ägyptischen Kultur, aus der sie gerade kommen, war gerade das Bilder machen ein Ausdruck ehrwürdiger Anbetung. Sie wollen wahrscheinlich durchaus etwas Gutes tun - es fehlt ihnen einfach an der richtigen Erkenntnis Gottes.

Aaron sagt später selbst etwas fassungslos: "Und ich warf es ins Feuer, daraus ist das Kalb geworden." 2 Mo 32,24b Es klingt nach: "Auf einmal stand da dieses Kalb, ich weiß gar nicht, wie das geschehen ist. Aber dann habe ich auch gedacht, das ist der Herr und habe alle aufgerufen, Ihn zu ehren."

Aaron ist einer Blüte auf den Leim gegangen. Falschgeld gab sich für das Echte aus und keiner hat's gemerkt - außer Moses! Warum hat Moses das Falschgeld erkannt, wenn es über einer Million Leuten nicht gelungen war? Ich denke, es lag daran, dass er das Original lange genug angeschaut hatte. Wenn man Falschgeld erkennen will, muss man die Original Banknoten studieren!

Knapp daneben ist eben auch daneben. Und sie haben es nicht gemerkt, dass sie "Religion" für das Echte eingetauscht hatten; dabei wollten sie doch eigentlich das Richtige: dem Herrn danken, Ihn feiern und weiter Seine Güte genießen. Aber das Bild stimmte nicht. Die Methode stimmte nicht.

"Und stellet euch nicht dieser Welt gleich, sondern verändert euch durch die Erneuerung eures Sinnes, auf dass ihr prüfen möget, was Gottes Wille sei, nämlich das Gute und Wohlgefällige und Vollkommene." Rö 12,2

Wir sollten uns auch nicht ganz so sicher fühlen, dass wir immer das richtige von Gott denken und glauben. Ja, schon "Glaubensgewissheit", aber mal anhand der Schrift überprüfen, ob das, was wir von Gott im Herzen glauben auch wirklich wahr ist, das wäre gar nicht verkehrt.

Was wäre deine Antwort auf die folgenden Fragen? Hat Gott heute gute Laune oder schlechte? Ist Er fröhlich oder ärgerlich, wenn Er dich sieht? Will Er dich segnen oder dich in einen schweren Dienst rufen, den du lieber gar nicht tätest? Wie ist Er eigentlich? Würdest du das Falschgeld erkennen, das dir untergejubelt werden soll?

Schlusswort: Ohne den Heiligen Geist als unseren Lehrer werden wir es nicht schaffen, zu wahrer Erkenntnis Gottes zu kommen. Am Ende vom Buch Hiob steht auf einmal ein jugendlicher Ratgeber vor Hiob, (ab Kap 32) und er macht es ganz klar, dass seine Weisheit und Einsicht nicht durch lange Lebenserfahrung gewonnen wurde, sondern dass ihn der Geist Gottes verständig gemacht hat. Er holt mehrmals aus, um Hiob in seinem Gottesbild zu korrigieren und in seiner letzten Rede stellt er sich noch einmal vor:

"Ich will mein Wissen weit hervorholen und meinem Schöpfer Recht verschaffen. Meine Reden sind wahrlich nicht falsch, vor dir steht einer, der es wirklich weiß." Hiob 36,4-5

Lasst uns Gott erkennen, so wie er wirklich ist. Denn Er ist gut und seine Liebe währet ewiglich!