Mittwoch, 8. September 2010

Ein erschreckender Gedanke

Es fängt damit an, dass wir zwei Katzen hier haben, die sich (für das ungeübte Auge) ziemlich ähnlich sehen. Die eine heisst "Tigger", die andere "Tabitha", manchmal auch zärtlich "Tabitha-Mäuschen" genannt. Letzteres ist aber fehlleitend, denn Tabitha hat so ihre Launen, sie mag es nicht immer, wenn jemand sie streichelt und haut auch gerne mal mit den Krallen zu. Tigger dagegen ist superlieb, mag jede Form von Streicheln und kratzt nicht.

Wenn man nun denkt, es ist Tigger - es ist aber Tabitha, dann kann man eine ziemliche Überraschung erleben! Damit fängt es an. Es ist eben nicht dieselbe Katze, sieht nur so aus. Man könnte gemein sein und sagen, dass Tabitha eine Fälschung von Tigger ist. (Aber so gemein werde ich jetzt nicht sein, auch Tabitha ist geliebt, selbst wenn sie kratzt - das nennt man glaube ich "Gnade".)

Die Fälschung vom Original zu unterscheiden ist gar nicht so einfach. Denn, nun bin ich beim generellen Prinzip, die Fälschung ist ja nur dann erfolgreich, wenn sie dem Original zum Verwechseln ähnlich sieht. Ein "falscher Fuffziger" mit einer großen 60! drauf funktioniert eben nicht.

Und genau hier ist der erschreckende Gedanke. Die Fälschung vom echt Christlichen ist nicht das Gegenteil vom Christentum, sondern das, was ihm zum Verwechseln ähnlich ist! Der Anti-Christ ist wahrscheinlich Gemeindeleiter und nicht ein Bordellbesitzer.

Die Täuschung ist dem Original an so vielen Punkten ähnlich, dass es schwer sein kann, das echte vom falschen zu unterscheiden. Die Fälschung hat vermutlich auch einen Jesus und ein Kreuz und eine Kirche auf dem Infoblatt, aber es ist doch nicht das echte!

Das ist kein völlig neues Problem; der 1 Johannes Brief beschreibt an vielen Punkten wie man das echte vom falschen unterscheiden kann. Das erschreckende ist aber, dass wir diesen Brief schon seit fast 2000 Jahren haben, und das hat das Problem nicht aus der Welt geschafft. Wir sind immer noch für uns selbst herausgefordert, nicht einem "fast richtigen" Christentum zu folgen, sondern dem wirklich richtigen. Dazu sollte man Johannes nicht nur in der Bibel haben, sondern ihn auch mal lesen und verstehen.

In letzter Zeit habe ich oft an die Dehnbarkeit einer Gitarrensaite gedacht. Man dreht an der Mechanik und es kommt immer ein Ton! Aber ist es das A oder E oder D, das es sein soll? Dazu braucht man ein Stimmgerät. Das Stimmgerät für das echte Christ-sein ist Jesus. Das, was er ist und was er gelebt und gelehrt hat bringt uns die Möglichkeit, uns richtig zu stimmen/ oder stimmen zu lassen. Aber wir sollten es nicht zu sehr auf die leichte Schulter nehmen, dass es schon irgendwie alles echt und ok ist. Die Fälschung sieht aus wie echt, ist es aber nicht!

Ok, erschreckt? oder erschreckt dich sowas gar nicht? Die Frage ist, ist mein/dein Leben wirklich auf dem Fundament Jesus, mit allen Facetten? Wer das Haus nicht auf den Fels baut, verliert im Sturm alles, was er aufgebaut hat. Tigger oder Tabitha, das ist hier die Frage...