Diese Woche habe ich viele tolle Zitate aufgeschrieben, Jonathan Edwards, C.S. Lewis, Roger Foster und viele andere. Aber wenn ich dann Bonhoeffer aufschlage, dann will ich ihn am liebsten gleich Seitenweise abschreiben. Hier also noch einmal ein Stück Bonhoeffer aus "Nachfolge", er ist einfach gut!
"Teure Gnade ist der verborgene Schatz im Acker, um dessentwillen der Mensch hingeht und mit Freuden alles verkauft, was er hatte; die köstliche Perle, für deren Preis der Kaufmann alle seine Güter hingibt; die Königsherrschaft Jesu Christi, um derentwillen der Mensch sich das Auge ausreißt, das ihn ärgert, der Ruf Jesu Christi, auf den hin der Jünger seine Netze verläßt und nachfolgt. Teure Gnade ist das Evangelium, das immer wieder gesucht, die Gabe, um die gebeten, die Tür, an die angeklopft werden muß. Teuer ist sie, weil sie in die Nachfolge ruft, Gnade ist sie weil sie in die Nachfolge Jesu Christi ruft; teuer ist sie, weil sie dem Menschen das Leben kostet, Gnade ist sie, weil ihm so das Leben erst schenkt; teuer ist sie, weil die die Sünde verdammt, Gnade, weil sie den Sünder rechtfertigt. Teuer ist die Gnade vor allem darum, weil sie Gott teuer gewesen ist, weil sie Gott das Leben seines Sohnes gekostet hat - "ihr seid teuer erkauft" -, und weil uns nicht billig sein kann, was Gott teuer ist. Gnade ist sie vor allem darum, weil Gott sein Sohn nicht zu teuer war für unser Leen, sondern ihn für uns hingab. Teure Gnade ist Menschwerdung Gottes.
Teure Gnade ist Gnade als das Heiligtum Gottes, das vor der Welt behütete werden muß, das nicht vor die Hunde geworfen werden darf, sie ist darum Gnade als lebendiges Wort, Wort Gottes, das er selbst spricht, wie es ihm gefällt. Es trifft uns als Ruf in die Nachfolge Jesu, es kommt als vergebendes Wort zu dem geängsteten Geist und dem zerschlagenen Herzen. Teuer ist die Gnade, weil sie den Menschen unter das Joch der Nachfolge Christi zwingt, Gnade ist sie, weil Jesus sagt: "Mein Joch ist sanft und meine Last leicht."
Zweimal ist an Petrus der Ruf ergangen: "Folge mir nach!" Es war das erste und das letzte Wort Jesu an seinen Jünger (Mk 1,17; Joh 21,22) Sein ganzes Leben liegt zwischen diesen beiden Rufen." Bonhoeffer, Dietrich; Nachfolge, München 1988 (1ste Ausgabe 1937), S.15-16