"Ich bin ein König. Ich bin dazu geboren und in die Welt gekommen, dass ich für die Wahrheit zeugen soll." Johannes 18,37
"Ich bin dazu geboren...", das sagt man normalerweise von den Dingen, die die ureigensten Qualitäten beschreiben. Ein Fisch in seinem Wasser, dazu ist er eben geboren! Jesus beschreibt hier seine Mission aus eigener Sicht. Wozu ist er gekomen, zu was ist er geboren?
Er ist dazu gekommen, und sogar dazu geboren, ein Zeugnis für die Wahrheit zu sein. Es ist sein ureigenstes Element in allen Dingen wahrhaftig zu sein, ohne jede Lüge. Pilatus kann darauf nur philosophisch and pragmatisch antworten: "Was ist Wahrheit?" Ja, was soll Wahrheit sein, für einen Römer, der die Macht des Stärkeren kennt, dessen Nation andere Nationen mit ihren Göttern und Wahrheiten untertan gemacht hat, der in einer Patchwork Nation erster Güte aufgewachsen ist - Wahrheit ist in Pilatus Welt eine relative Sache, von vielen Faktoren beeinflusst, und ohne Lüge leben ist für ihn sicher eine Idee, die ihm kindlich und unrealistisch vorkommt.
In Jesu Welt sieht das anders aus. Bei Ihm ist Wahrheit eine vertrauenswürdige Person, sein Vater! Sein gütiger, liebender, erbarmungsvoller Vater, der Schöpfer der Erde und der Menschheit, der von Menschen vielfach missachtete und oft verkannte. Für Ihn will Jesus Zeugnis ablegen - Mein Vater ist gut, er ist freundlich, er heilt dich, er kennt dich, er vergibt dir. Er ist ein guter Hirte, ein weiser Gärtner, ein gerechter Richter, komm zu mir, komm zu ihm, komm nach Hause!
So zeugt Jesus als König vom Reich Gottes, mit der Wahrheit von Gottes Güte!
Jesus hat nur eine gute Wahrheit zu vertreten und zu verteidigen, dazu bedarf es der Lüge gar nicht. Er ist kein König wie andere Könige, die ihren Machtanspruch auf Biegen und Brechen erhalten müssen.
Dazu sind wir auch berufen, wenn wir uns zu seinem Namen und zu seinem Volk rechnen. Es kann nie gut sein, wenn ein Christ mit der Lüge Umgang hat, denn dann widerspricht er in sich wesentlich dem eigentlichen Auftrag; Zeuge für die Wahrheit zu sein. Und wenn wir schon in geringen Dingen untreu und unwahr sind, wie soll man uns dann die größeren Dinge glauben?