Sonntag, 11. September 2011

Gemeinsam leben









Das "gemeinsam" Leben ist eine der Urformen christlichen Seins. Es muss so sein, dass wir in irgendeiner Form gemeinsam leben, wenn nicht, dann sind wir von der Befolgung der Kernwerte des christlichen Seins abgenschnitten. "Unser Vater.." "Liebt einander.." "Dient..".

Ein Paulus, der im Gefängnis auf vielerlei Weise abgeschnitten war vom Erlebnis der Gemeinschaft, lebte dennoch ein zutiefst gemeinschaftliches Leben, denn er trug viele Menschen in seinem Herzen. (siehe Phil 1, 1-11 zum Beispiel). Wenn ich also vom "gemeinsamen Leben" spreche, meine ich nicht primär das Erleben von Gemeinschaft, sondern mehr die innere Haltung eines Menschen, die ihn zum "Gemeinschaftsmenschen" macht - oder eben nicht. Man kann mitten in einer Menschenmenge völlig isoliert leben - wie es uns das Beispiel zahlloser unserer Zeitgenossen zeigt.

Gemeinsam leben ist eine der Herausforderungen unserer Zeit. In vergangenen Jahrhunderten war das gemeinsame Leben so normal, dass es ein Zeugnis war, wenn ein Mensch sich in Mönchtum, besonders als Eremit zum Beispiel, einer anderenLebensform verschrieb. Heute brauchen wir eher das andere Zeugnis, dass Gemeinschaft möglich ist, - und das nicht nur in der hoch idealisierten Form der Liebe zwischen Prinz und Preinzessin, die dann für alle Zeit glücklich bleiben.

Das menschliche Herz sehnt sich nach Gemeinschaft. Es ist Teil unserer Gottes-Ebenbildlichkeit. "Lasst UNS den Menschen machen nach UNSEREM Bilde." Gott ist in sich Gemeinschaft und gemeinsames Leben, wir finden keine Ruhe in uns, wenn wir unser Leben ganz allein verbringen